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Ein Logo lässt sich an messbaren Eigenschaften prüfen

Woran erkenne ich ein gutes Logo?

Ein gutes Logo erfüllt Anforderungen, die sich benennen und nachprüfen lassen. Dazu gehören Lesbarkeit, Skalierbarkeit, Reproduzierbarkeit, Eigenständigkeit, Zeitbeständigkeit, Anwendungsbreite, Bedeutungstiefe und Einprägsamkeit. Keine davon ist eine Frage des Geschmacks, denn sie alle zeigen sich nur in der Anwendung. Welche zuerst zählen, welche über die Wirkung entscheiden und warum ein beliebiges Logo die Marke selbst beliebig macht, zeigt dieser Beitrag.

Lesbarkeit, Skalierbarkeit und Reproduzierbarkeit zuerst

Die ersten drei Eigenschaften entscheiden darüber, ob ein Logo überhaupt einsetzbar ist. Lesbarkeit bedeutet, dass es auch klein erkennbar bleibt, etwa als winziges Symbol im Browser-Tab. Skalierbarkeit mein, dass dasselbe Logo auf einer Visitenkarte und auf einer Fahrzeugplane funktioniert. Reproduzierbarkeit bedeutet, dass es sich einfarbig drucken, sticken oder gravieren lässt, ohne auseinanderzufallen. Wer ein Logo nur in einer einzigen Fassung erhält, womöglich mit Schatten und Farbverlauf, erlebt die Überraschung spätestens beim ersten Stempel oder Stickversuch. Es handelt sich um banale Anwendungsbreite, die unausgereifte Logos schnell an ihre Grenzen führen. Diese drei Eigenschaften sind daher keine Kür, sondern die Bedingung dafür, dass ein Logo funktioniert.

Eigenständigkeit und Zeitbeständigkeit entscheiden über die Wirkung

Eigenständig ist ein Logo dann, wenn es sich von den Logos der Mitbewerber und etablierten Marken klar unterscheidet. Fehlt diese Eigenschaft, arbeitet die Gestaltung für die gesamte Branche statt für den eigenen Betrieb. Die Zeitbeständigkeit prüft eine unbequeme Frage, nämlich ob das Logo in zehn Jahren noch trägt oder ob es einer Mode von heute hinterherläuft. Beides lässt sich testen, auch ohne Fachwissen. Wer fünf Logos aus der eigenen Branche nebeneinanderlegt und dabei nicht auf Anhieb sagen kann, welches zu wem gehört, hat das Ergebnis. Zeitbeständigkeit heißt dabei nicht Langeweile, sondern Verzicht auf Effekte, die sich später datieren lassen, z.B. Spiegelungen und modische Schriftschnitte.

Ein beliebiges Zeichen macht die Marke selbst beliebig

Bedeutungstiefe beschreibt den Zusammenhang zwischen Marke und Zeichen. Ein beliebiges Symbol für ein Unternehmen zu wählen, macht auch das Unternehmen beliebig, weil das Zeichen nichts erzählen kann und somit nichts auslöst. Ein erkennbarer Zusammenhang wirkt zugleich auf die Einprägsamkeit ein. Diese hängt eben nicht allein an Form und Farbe, sondern auch daran, ob sich das Logo herleiten lässt. Genau an dieser Stelle scheitern KI-generierte Logos regelmäßig. Diese wirken stets vertraut, weil die KI eben nur Vorhandenes neu zusammensetzt. KI-Logos treffen den Kern eines Betriebs bestenfalls zufällig. Für die Beurteilung des Entwurfs genügt zunächst die Probe, ob sich der Zusammenhang zum Betrieb überhaupt erklären lässt.
Übrigens: KI-Logos können rechtliche Probleme nach sich ziehen. Da KI nicht selbst kreiert, sondern vorhandene Bilder und Grafiken nur variiert, sind Ähnlichkeiten zwischen KI-Logos und bestehenden Marken sehr wahrscheinlich.

Die Prüfung dauert zehn Minuten und braucht Drucker und Papier

Wer das eigene Logo prüfen will, druckt es dreimal aus: Einmal in Briefmarkengröße, einmal in Schwarz-Weiß und einmal seitenfüllend. Was in allen drei Fassungen erkennbar bleibt, besteht die härtesten Kriterien bereits. Danach folgt die Frage nach der Bedeutung und die beantwortet nicht die Gestaltung, sondern der Betrieb selbst. Wenn in einem Satz erklärt werden kann, warum genau dieses Logo zum Unternehmen gehört, dann hat es Substanz.