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Wir halten Daten bewusst klein, um Strom zu sparen

Was bewirken komprimierte und reduzierte Daten?

Wir halten Daten klein, weil die Menge übertragener und gespeicherter Daten am Ende Strom verbraucht. Und Stromverbrauch ist in Deutschland weiterhin mit CO2-Emissionen verbunden. Der technische Vorteil, nämlich kürzere Ladezeiten, ist dabei die Folge und nicht aber unser Anlass. Welche Zahlen zum Verbrauch deutscher Rechenzentren tatsächlich belegt sind, warum wir die verbreitete Rechnung in Gramm pro Seitenaufruf trotzdem nicht verwenden und welche Maßnahmen im Handwerk wirklich etwas bringen, erklärt dieses Statement.

Deutsche Rechenzentren verbrauchen vier Prozent des Stroms

Die Größenordnung des Stromverbrauches deutscher Rechenzentren lässt sich beziffern. Ein Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz weist für das Jahr 2024 einen Strombedarf für Rechenzentren und kleinerer IT-Installationen von 20 Terawattstunden aus, also rund vier Prozent des Bruttostromverbrauchs des ganzen Landes. Für 2030 rechnet dasselbe Gutachten mit 31 Terawattstunden Bedarf, bis 2045 werden es bei gleichbleibendem Wachstum knapp 80 Terrawattstunden sein. Die damit verbundenen Emissionen beziffert die Studie für 2024 auf etwa 6,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Natürlich ist mit einem Rückgang zu rechnen, weil sich der Strommix in Richtung erneuerbare Energien positiv verändert. Beide Bewegungen laufen also gegeneinander: Der Verbrauch steigt, jedoch sinkt der Emissionswert pro verbrauchte Kilowattstunde immer weiter. Wer daraus ableitet, das Problem erledige sich von selbst, übersieht: Gesparte Energie wird an anderer Stelle sofort wieder gebraucht. Außerdem kennt die Digitalisierung keine Grenzen und so verteilen sich unsere Daten über die ganze Welt.

Die Rechnung in Gramm je Seitenaufruf geht nicht auf

An dieser Stelle verzichten wir bewusst auf eine Zahl, die überall kursiert. Rechner, die CO2 pro Seitenaufruf in Gramm angeben, beruhen auf einer Energieintensität der Datenübertragung in Kilowattstunden je Gigabyte. Diese Kennzahl ist mittlerweile nicht mehr belastbar. Die Internationale Energieagentur hält fest, dass datenbezogene Intensitätswerte für die Abschätzung des Netzenergieverbrauchs ungeeignet sind. Noch deutlicher wird der Abschlussbericht Green Cloud Computing des Umweltbundesamtes. Der Bericht warnt ausdrücklich davor, solche Werte mit dem Gesamtdatenverkehr zu multiplizieren. Wer damit rechnet, erzeugt eine Genauigkeit, die es nicht gibt. Fakt ist aber, dass Internet und digitale Kanäle stromintensive Systeme sind. Je mehr Daten sie bewegen, desto mehr Strom benötigen sie.

Was tatsächlich wirkt, ist handwerklich unspektakulär

Wirklich belegbar bleibt die Ebene darunter - und dort ist es gar nicht so spektakulär. Bei Bildern nennt Google für das Format WebP Einsparungen von 25 bis 34 Prozent gegenüber JPEG bei vergleichbarer Qualität und 26 Prozent gegenüber PNG. Bei Text- und Skriptdateien werden schnell über 70 Prozent gespart. Ganz gleich, woran wir arbeiten, unser letzter Arbeitsschritt ist stets die Komprimierung. Außerdem setzen wir verstärkt auf SVG, da diese Vektorgrafiken hinsichtlich des Datenvolumens kaum zu toppen sind. Wir haben mittlerweile verschiedene Tools und Techniken für uns etabliert, die eine maximale visuelle Qualität herstellen, dabei aber immer sehr viel kleiner sind als vergleichbare Ergebnisse.

Messen lässt sich das Seitengewicht - aber nicht das Gramm

Wer die eigene Website prüfen will, misst das, was sich messen lässt: Das Gesamtgewicht in Kilobyte. Die Zahl der eingebundenen Skripte und das Format der größten Bilder stehen in den Entwicklerwerkzeugen jedes Browsers und brauchen keine Bewertung vom Profi. Ein CO2-Rechner für Websites gehört ausdrücklich nicht dazu. Unsere Haltung dahinter tragen wir seit vielen Jahren und sensibilisieren bei passender Gelegenheit auch andere. Es muss ja nicht immer gleich ein komplexes Thema sein. Wer sein E-Mail-Postfach regelmäßig von allen überflüssigen empfangenen und gesendeten Nachrichten befreit und dann noch den „Papierkorb“ leert, hat schon gut mitgewirkt.
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