04. Juni 2026
Die meisten Druckfehler entstehen vor dem Druck
Worauf muss ich bei Druckdaten achten?
Druckfehler entstehen fast immer vor dem Versand der Druckdatei an die Druckerei. Am häufigsten gehen Beschnittzugabe, Farbraum und Auflösung schief, dicht gefolgt von nicht eingebetteten Schriften, falsch angelegten Sonderfarben und der Ausrichtung bei doppelseitigen Produkten. Was hinter jedem Punkt steckt und warum der kostenlose Schnell-Check der Druckerei davon fast nichts erfasst, beschreiben wir in diesem Beitrag.
Beschnitt, Farbraum und Auflösung sind die Hauptfehlerquellen
Drucksachen werden auf Endformat geschnitten und deshalb über den Rand hinaus gedruckt. Denn nur so entstehen Produkte ohne weiße Kanten. Fehlt die Beschnittzugabe, drohen genau diese Kanten oder aber die Inhalte werden einbezogen und daher abgeschnitten. In der Regele lehnen Druckereien Dateien ohne korrekte Maße ab. Fehlt die Beschnittzugabe, ist die Datei zu klein. Übersehen wird häufig auch der Farbraum. Gedruckt wird für gewöhnlich in Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz (Kontrast). Nutzt die Druckdatei einen anderen Farbraum, ergeben sich Farbverschiebungen zwischen Bildschirm und finalem Druck. Zuletzt brauchen Bilder im Endformat rund dreihundert Bildpunkte je Zoll Auflösung bei einfachen Drucken (Flyer, Plakate etc.). Ist die Auflösung geringer wirken Fotos verpixelt oder fransen aus. Was am Bildschirm groß und scharf erscheint, kann gedruckt also unbrauchbar sein.
Nicht eingebettete Schriften verschieben das ganze Layout
Schriften sind der unauffälligste und zugleich folgenreichste Punkt. Wer sie nicht in die Datei einbettet oder in Pfade umwandelt, lässt das Programm der Druckerei auf eine Ersatzschrift zurückgreifen. Weil sich Buchstabenbreiten und Laufweiten von Schriften praktisch nie gleichen, verschiebt sich damit das gesamte Layout. Ein Absatz wird plötzlich eine Zeile länger, eine Überschrift bricht um oder Text läuft aus dem vorgesehenen Druckbereich heraus. Das Problem fällt leider erst beim gedruckten Ergebnis auf, weil die Vorschau am eigenen Computer die eigentlichen Schriften ja nutzt. Wer beim Export die Einbettung prüft, erledigt diesen Punkt in wenigen Sekunden. Sicherer ist die Umwandlung in Pfade, weil sich danach nichts mehr verschieben kann - allerdings lässt sich der Text dann auch nicht mehr korrigieren.
Sonderfarben und Ausrichtung fallen erst am Ende auf
Sonderfarben lassen sich nicht einfach in den üblichen Druckfarben nachbilden, müssen getrennt angelegt und mit der Druckerei abgestimmt werden. Dieser Punkt trifft auch bei besonderen Veredelungen zu (z.B. Heißfoliendruck oder Prägungen). Zuletzt ist das größte Unglück, wenn eine ideale Druckvorlage an ihrer Ausrichtung scheitert. Bei doppelseitigen Produkten müssen Vorder- und Rückseite an einer gemeinsamen Kante ausgerichtet werden. Diese ist im Druck vorgegeben und entscheidet, ob beim Drehen eines Flyers beide Seiten lesbar sind oder eine auf dem Kopf steht.
Der kostenlose Schnellcheck prüft die wenigsten Fehler
Moderne Druckereien bieten eine kostenlose Prüfung der Druckdaten an, die in der Regel nur das Format und Sonderfarben kontrolliert. Alles Übrige bleibt in der Verantwortung derjenigen, die die Datei liefern. Wer regelmäßig selbst Druckdaten anlegt, nutzt schnell eine eigene kurze Prüfliste und geht diese vor jedem Versand durch. Diese Liste anzulegen, kostet fünf Minuten volle Konzentration, spart aber einige Probleme und Kosten. Sowieso sollten alle Druckdateien stets von mehreren Personen begutachtet werden. Denn wer stunden vor einer Grafik gesessen hat, sieht nicht mehr, ob ein Buchstabe, Punkt oder Komma fehlt.
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